Das bodenlose (Sommer)Loch

It's my party and I cry if I want to!

It's my party and I cry if I want to!

It’s that magical time of the year again, boys and girls! Die Sonne knallt erbarmungslos auf unsere Häupter und verbrennt Hirnzellen schneller als eine Mischung aus Jack Daniels, Klosterfrau Melissengeist, Hustensaft und Cola (Memo an mich: für das Ding brauch ich dringend einen Namen ich hab’s! Knalltüte soll er heißen!). Und alles was die Sonne nicht als Achselhöhlenausdünstung recycelt übernimmt der, durch IQ-senkende Maßnahmen wie WM und „Sommerhits“ entfachte, ungebremste Alkoholkonsum. Anders kann ich es mir nicht erklären wie manche Leute, die dummerweise etwas zu melden haben, derzeit wieder auf Ideen kommen, bei denen sich jeder halbwegs zurechnungsfähige Mensch an die Stirn fassen würde und im Gegenzug dann über Entscheidungen geweint wird, die eigentlich gar nicht mal so doof sind – aber irgendwas ist ja immer. Und wenn man weder irgendein Rad neu erfinden, etwas verändern noch sinnfrei meckern kann macht es ja auch keinen Spaß. Oder anders ausgedrückt: „Wohl zu tief ins Sommerloch geschaut?“ (mehr …)

V wie Verrückt – ein MMO-Spleen-Stöckchen

Ein Spleen bezeichnet umgangssprachlich meist abwertend eine leichte Verrücktheit oder fixe Idee.

Spleens sind heutzutage ja nichts außergewöhnliches mehr. Jeder hat irgendeinen Spleen, eine Art Ritual, etwas das im Alltag einfach nicht fehlen darf. Man macht es absichtlich, oder ganz ohne es zu merken. Solche Spleens sind natürlich nicht nur auf einen bestimmten Bereich des Lebens beschränkt, sie können sich überall entwickeln – auch in MMOs.

Bei mir haben sich folgenden Spleens in einigen Spielen entwickelt:

Aion:

  • Der wohl größte Tick, den ich mir in Aion angeeignet habe, ist jedem meiner Charaktere einen Namen zu geben, der mit dem Buchstaben V beginnt. Ich weiß nicht wie genau ich darauf gekommen bin, aber beginnt der Name meines neu gebauten Charakters nicht mit V, dann gefällt er mir nicht. Das zieht die Charaktererstellung ziemlich in die Länge weil der Name zum Charakter, oder viel mehr der Charakter zum Namen passen muss.
  • Je nach Klassenarchetyp werden die Gewänder meiner Charaktere in einer gewissen Farbe eingefärbt. Kriegerklassen kriegen das Braun von der Stange, wohingegen Magierklassen das extravagante Ultramarineblau tragen, das man nur aus den seltenen Vinnusblüten bekommt. Das Dumme daran ist, dass ich immer dann wenn ich ein neues Ausrüstungsteil bekomme alles stehen und liegen lasse und zuerst die Farbe besorge um das Teil zu färben. Vorher zieh ich es nicht an. Gleiches gilt auch für Muster: bevor ich das Teil herstelle wird erst die Farbe besorgt, davor geh ich nicht an die Werkbank. Wenn man dazu Blüten sammeln muss, dann ist man dafür schon recht lange unterwegs.

World of Warcraft:

  • In World of Warcraft musste ich für jede TS-Besprechung meinen Schurken mit einem Flugmount auf einer der schwebenden Scherben über der Aldorhöhe parken und dort in Verstohlenheit gehen, damit ich ganz Shattrath überblicken konnte. Bevor ich dort oben nicht die Verstohlenheit aktiviert habe konnte ich weder an Gildenleitersitzungen, noch Bewerberinterviews oder sonstigen TS-Sitzungen, die außerhalb von Instanzen und Raids stattfanden, teilnehmen.
  • Ich habe grundsätzlich den Inhalt meiner Taschen und des Bankfachs akribisch sortiert. Ich habe dafür sogar absichtlich auf Addons verzichtet, die mir diese Arbeit abnahmen, denn das Sortieren der Items hatte schon fast etwas meditatives für mich. Freunde habe ich mir damit nicht immer gemacht, oft mussten ganze Gruppen auf mich warten weil mich mal wieder der Sortierwahn gepackt hat. In Aion nimmt mir die automatische Sortierung das zum Glück ab.

EVE Online:

  • Zwar gibt es in EVE Online auch eine automatische Sortierung für die Laderäume und Stationshangars, schlampig bin ich deswegen trotzdem nicht. Denn bevor ich mich auslogge parke ich mein Schiff in der designierten Heimatstation, auch wenn ich dafür einen sehr langen Rückflug in Kauf nehmen muss, entferne dann dort die komplette Ausrüstung und verpacke diese fein säuberlich in Kisten. Erst dann, wenn das Schiff ordentlich verstaut ist, wird ausgeloggt.

Ziemlich seltsame Eigenarten, nicht wahr? Aber sie gehören bzw. gehörten für mich einfach zum Spielablauf, zu meinem MMO-Alltag. Ohne diese Spleens wäre das Onlineleben wohl nur halb so amüsant, denn solche kleinen Dinge sind es, die das Menschliche in uns in das Spiel einfließen lassen und es dadurch etwas charmanter gestalten.

Jetzt würde ich gerne wissen, welche Spleens Ihr so in Euren MMOs habt. Welche kleinen Eigenarten habt Ihr in Euren Spielen entwickelt? Welche Rituale, egal ob beabsichtigt oder vollkommen unbemerkt, habt Ihr um den MMO-Alltag für Euch interessanter und vor allem persönlicher zu gestalten?

Ich werfe dieses Stöckchen einfach mal in die Runde und würde mich freuen wenn es jemand fängt und in seinem Beitrag eine Verlinkung zu diesem Beitrag hier einbaut, damit ich diese dann auch finde.

Too "oldschool" to be cool?

Too Oldschool To Be Cool?

World of Warcraft hat die MMORPG-Szene nachhaltig verändert. Neben dem leichten Einstieg, der intuitiven Benutzeroberfläche, der Bedienung verschiedenster Spielstile und der „Erfolgsgarantie für Jedermann“ setzte es neue Maßstäbe. Ein Feature ist dabei jedoch ganz besonders hervorzuheben: die LUA-Schnittstelle.

Dank dieser Schnittstelle werden von der Community viele kleine Hilfsprogramme für World of Warcraft entwickelt, die das Spiel um einige Funktionen erweitern oder bestehende Funktionen ausweiten. Diese Hilfsmittel, genannt „Addons“, erfreuen sich großer Beliebtheit da sie einen gewissen Komfort und auch Vorteile in das Spiel bringen. Dieser Komfort hat aber auch seine Schattenseiten. Die Addons veränderten die Community, das Spielerlebnis und auch das Spielgefühl. Etwas das in älteren Spielen nie passiert ist, in denen es noch keine Addons gab. Ist es also vermessen zu behaupten dass MMORPGs ohne Addons bessere Spiele sind? Oder sind Addons der neue Standard und müssen durch Implementierung einer entsprechenden Schnittstelle vom Hersteller ermöglicht werden, so wie es derzeit einige Spieler in Aion fordern?

Weiterlesen »

Missbrauch mich

Das neue Gesetz zur wahllosen Zensur des Internets ist noch nicht einmal einen ganzen Tag alt, da wird es auch schon für den politischen Wahnsinn missbracht: jetzt wo man die Gewalt über das Netz hat, werden gleich noch mehr Seiten mit div. Inhalten in’s Fadenkreuz geschoben. Den Anfang für die Erweiterung der Zensur machen Seiten, die sich mit sog. Killerspielen beschäftigen.

Explizit heißt das, dass man versuchen möchte alle Seiten auf den Index zu setzen, die sich mit Spielen wie Counter-Strike, Battlefield, Call of Duty, Crysis oder anderen ähnlichen Ego-Shootern beschäftigen. Betroffen sein werden davon ganz besonders die Seiten von Clans, die eines der anvisierten Spiele spielen. Vereinfacht kann man sagen, dass nun versucht wird Videospiele spielende Vereine zu indizieren.

Aber nicht nur Ego-Shooter landen dabei im Visier des Wahnwitzes, nein, auch kommende Titel wie Diablo 3 (laut Definition ebenfalls ein Killerspiel, da es bei Diablo schon immer primär um ein Massenabschlachten von Gegnerwellen ging) oder das weltweit beliebte und viel gespielte World of Warcraft. Denn auch WoW soll laut Haderthauer und Herrmann verboten werden. Dies könnte das Ende für sämtliche Foren und Homepages von deutschen WoW-Gilden bedeuten. Aber auch der gemeine WoW-Blogger müsste dann um seine Existenz bangen. Der Anfang für eine Indizierung von Killerspielseiten wird übrigens bei Gameware.at gemacht, einem österreichischen Onlineversand für Computer- und Videospiele.

Ich hab grade einen ziemlich dicken Hals, so wie Asak, der anlässlich der jüngsten Entwicklungen ein nettes Bildchen gebastelt hat, bei dessen Verbreitung ich ihm natürlich sehr gerne helfe:

STOP

Wo führt das hin? Wird man in ein paar Jahren innerhalb von Deutschland nur noch Propagandaseiten ansurfen können, auf denen steht wie toll CDU, SPD und Konsorten sind? Dies ist ein weiteres Beispiel, wie die Freiheit deutscher Bundesbürger immer härter mit Füßen getreten wird und der perfekte Beweis dafür, dass Justitia schon lange nicht mehr blind ist …

P.s.: Aus gegebenem Anlass habe ich für diesen Beitrag eine neue Kategorie angelegt, uSuck. Soll auf deutsch soviel bedeuten wie „Du stinkst“, aber das sollte ja allgemeinhin bekannt sein. Unter dieser Kategorie werde ich in Zukunft über Themen bloggen, die mir einfach gewaltig auf den Zeiger gehen.

Nachtrag: Einen hab ich da grad noch … Das wohl gröbste Problem bei einer Indizierung von derartigen Seiten dürfte ja wohl sein, dass dann auch die Produktseiten solcher Killerspiele indiziert werden – schließlich werden sie dort ja beworben. Das bedeutet aber auch, dass sich der mündige volljährige erwachsene Bürger nicht einmal mehr frei Informationen über ein käufliches Gut einholen kann, das ihn interessiert. Wir werden somit ganz klar auch in unserer Entscheidungsfreiheit eingeengt, weil wir nicht mehr die Informationsmittel zur Verfügung haben, die uns eigentlich zur Verfügung stehen sollten. Müssen dann zukünftig auch Spielemagazine eine Zensur fürchten und wir erleben eine Wiederholung der Bücherverbrennung Zeitschriftenverbrennung?