Der goldene Schuss

Gestern wurde mir endgültig der goldene Schuss von Square Enix verpasst und jetzt bin ich wirklich abhängig:

Ja, so ist das. Gestern kam per Newsletter die Nachricht rein, dass Final Fantasy XIV endlich vorbestellbar ist. Sowohl für den PC als auch für die PS3. Für den PC gibt es sogar schon die Collector’s Edtion, bei der ich natürlich ohne lange zu überlegen zuschlagen musste.

Jetzt kommen wir zu dem Problem an der Sache, der Part mit den suchtgesteuerten Entscheidungen: eigentlich will ich Final Fantasy XIV ja lieber auf der PS3 zocken, aber glaubt Square Enix ernsthaft, dass ich seelenruhig dasitzen und auf das Release der PS3 Version im März 2011 warten könnte, wenn man am PC bereits Ende September durchstarten darf? Natürlich glaubt Square Enix das nicht, deswegen sind die beiden Veröffentlichungen (vermutlich) auch zeitlich versetzt, damit solche Dopeheads wie ich das Spiel zweimal kaufen – nur um keine Sekunde zu verpassen.

Jedenfalls bin ich voll startbereit für Calaelen’s kleine FFXIV Community. Und mit dem Gästepass der Collector’s Edition und dem zweiten Account, der bei der PS3 Version dann zwangsweise enthalten ist, gewinne ich vielleicht sogar noch jemand anderen für das Spiel – ich habe da auch schon ein semi-williges Opfer im Auge. Oder in anderen Worten: ich werde meine Mitmenschen so anfixen, wie ich damals angefixt wurde. Wie nennt man das dann? Virale Kundenbindung?

Square Enix is my dealer and I’m her little tool.

More Flame – The Massively Multiplayer Online Flame

Kann man diese Spieler vielleicht irgendwie aus Aion rauslocken, indem man: „More Flame – The Massively Multiplayer Online Flame“ als Spiel rausbringt? Ein ganzes Team, das nur dazu da ist, geflamed zu werden und die ganze Spieloberfläche ist nicht unterteilt in „1. General“, „2. Handel“, „3. Region“, sondern in „1. Flame“, „2. 13 Euro-Joker“, „3. Deine Mutter“. Da kann man auch sicherlich dann unterscheiden zwischen „PfE“ und „PfP“: „Player flames Engine“ und „Player flames Player“… o.O

Dieser kleine Absatz aus Holgers Kommentar ist einfach zu herrlich und entspricht auch vollkommen meiner Empfindung gegenüber einem Großteil der Aion Community. Stein des Anstoßes für den momentan im offiziellen Forum tobenden Flamewar ist das vor kurzem angekündigte Aion Magazin, das man (auch im Abo) vorbestellen kann und für dessen Vorbestellung man ein paar mehr oder weniger nutzlose Items als Dankeschön erhält.

Im Endeffekt geht es darum dass die Leute schimpfen, weil sie nicht von vornherein die Items bekommen, die es als Werbegeschenk zu den Abos gibt, sondern sich dazu das Magazin vorbestellen müssten – schließlich zahlen sie ja monatlich für Aion. Stellt es Euch wie bei WoW vor: Ihr kauft die sinnfreien Plüschmonster im Shop und bekommt dafür die noch sinnfreieren Pets ingame – und jetzt will jeder die Pets, weil schließlich bezahlen sie ja alle monatlich für WoW. Bei Aion gibt’s halt sinnfreie Hüte ohne Werte oder Farben zum Klamotten einfärben.

Wen es interessiert der kann sich bei Holger darüber informieren, worum es im Detail geht. Ich finde es schlichtweg lächerlich, das habe ich bei Holgers Beitrag aber schon ganz genau in den Kommentaren geschrieben wieso und warum. Ich möchte das Thema hier nicht mehr erneut aufrollen, weil es mich krank macht – fast so wie mein ehemaliger Arbeitgeber.

Zum Magazin selbst möchte ich nur sagen: Danke! Danke NCsoft, dass Ihr Euch nicht davor scheut Aion für seine Fans greifbarer zu machen und hier anfangt richtig schön Merchandising anzubieten. Ich habe mir jedenfalls die erste Ausgabe des Magazins schon gesichert und hoffe auf weitere attraktive Angebote aus dem Merchandise-Segment.

Und noch ein Wort an die Schandmäuler in unserer Community: tut uns und Euch selbst den Gefallen und sprengt Euch bitte in die Luft.

Von Göttern und Giganten

„Behandeln sie das Paket vorsichtig, schleudern sie es nicht herum. Diebstahl wird schwer bestraft!“ lautet die persönliche Nachricht des Unbekannten, der in wenigen Augenblicken mein Auftraggeber werden soll. Noch ein letztes Mal lese ich die Bedingungen des Liefervertrages, der auf meinem NeoCom darauf wartet von mir akzeptiert oder abgelehnt zu werden. Alles klingt plausibel, eine von Piraten konstruierte Falle scheint es nicht zu sein.
Ich werfe einen Blick auf den Schirm und beäuge erneut das gigantische Logistikzentrum auf das sich meine kleine Fregatte mit wenigen Metern pro Sekunde langsam zubewegt. Sie liegt ruhig im All, erleuchtet von den vielen Lichtern der an- und abdockenden Schiffe und den wenigen Sonnenstrahlen, die sich an dem nahe liegenden Mond vorbeischieben und ihr ein majestätisches Antlitz verleihen. Sie ist wie ein schlafender Riese, unbeeindruckt von dem geschäftigen Treiben um sie herum. Viele Leute kommen hierher um ihre Geschäfte abzuwickeln, sie ist der beliebteste Umschlagplatz in dieser Region. Händler, Lieferanten, Hehler – sie alle kommen und gehen im Sekundentakt um Waren zu bewegen. Irgendwo auf dieser Station liegt ein kleines Paket, das seinem Besitzer eine gehörige Stange Geld wert ist. Und dieser wartet am anderen Ende des Universums darauf, dass es ihm jemand bringt.
Ich löse meinen Blick vom Schirm und richte meine Aufmerksamkeit erneut auf das NeoCom. Noch ein kurzes Zögern, dann nehme ich den Vertrag an und verpflichte mich dazu, das Paket zuzustellen. „Vertrag angenommen. Verarbeite Daten und benachrichtige die zuständigen Stellen. Das Paket wird im Logistikzentrum für sie hinterlegt. Sie haben 24 Stunden für die Zustellung.“ ertönt es mit gewohnt monotoner Stimme aus meinem Bordcomputer. Ich kontaktiere die Station von der ich mittlerweile nur noch knapp über 500 Meter entfernt bin und erbitte eine Andockerlaubnis. „Erlaubnis erteilt. Sie werden nun in die Station gezogen.“ ertönt die Stimme erneut, die mir seit so langer Zeit die einzige Gesellschaft bietet. Langsam verschwinde ich mit meinem Schiff in dem schlafenden Riesen und warte bis ich ruhig im Hangar angedockt wurde.

Die Fortsetzung gibt es nach der Trennlinie »

V wie Verrückt – ein MMO-Spleen-Stöckchen

Ein Spleen bezeichnet umgangssprachlich meist abwertend eine leichte Verrücktheit oder fixe Idee.

Spleens sind heutzutage ja nichts außergewöhnliches mehr. Jeder hat irgendeinen Spleen, eine Art Ritual, etwas das im Alltag einfach nicht fehlen darf. Man macht es absichtlich, oder ganz ohne es zu merken. Solche Spleens sind natürlich nicht nur auf einen bestimmten Bereich des Lebens beschränkt, sie können sich überall entwickeln – auch in MMOs.

Bei mir haben sich folgenden Spleens in einigen Spielen entwickelt:

Aion:

  • Der wohl größte Tick, den ich mir in Aion angeeignet habe, ist jedem meiner Charaktere einen Namen zu geben, der mit dem Buchstaben V beginnt. Ich weiß nicht wie genau ich darauf gekommen bin, aber beginnt der Name meines neu gebauten Charakters nicht mit V, dann gefällt er mir nicht. Das zieht die Charaktererstellung ziemlich in die Länge weil der Name zum Charakter, oder viel mehr der Charakter zum Namen passen muss.
  • Je nach Klassenarchetyp werden die Gewänder meiner Charaktere in einer gewissen Farbe eingefärbt. Kriegerklassen kriegen das Braun von der Stange, wohingegen Magierklassen das extravagante Ultramarineblau tragen, das man nur aus den seltenen Vinnusblüten bekommt. Das Dumme daran ist, dass ich immer dann wenn ich ein neues Ausrüstungsteil bekomme alles stehen und liegen lasse und zuerst die Farbe besorge um das Teil zu färben. Vorher zieh ich es nicht an. Gleiches gilt auch für Muster: bevor ich das Teil herstelle wird erst die Farbe besorgt, davor geh ich nicht an die Werkbank. Wenn man dazu Blüten sammeln muss, dann ist man dafür schon recht lange unterwegs.

World of Warcraft:

  • In World of Warcraft musste ich für jede TS-Besprechung meinen Schurken mit einem Flugmount auf einer der schwebenden Scherben über der Aldorhöhe parken und dort in Verstohlenheit gehen, damit ich ganz Shattrath überblicken konnte. Bevor ich dort oben nicht die Verstohlenheit aktiviert habe konnte ich weder an Gildenleitersitzungen, noch Bewerberinterviews oder sonstigen TS-Sitzungen, die außerhalb von Instanzen und Raids stattfanden, teilnehmen.
  • Ich habe grundsätzlich den Inhalt meiner Taschen und des Bankfachs akribisch sortiert. Ich habe dafür sogar absichtlich auf Addons verzichtet, die mir diese Arbeit abnahmen, denn das Sortieren der Items hatte schon fast etwas meditatives für mich. Freunde habe ich mir damit nicht immer gemacht, oft mussten ganze Gruppen auf mich warten weil mich mal wieder der Sortierwahn gepackt hat. In Aion nimmt mir die automatische Sortierung das zum Glück ab.

EVE Online:

  • Zwar gibt es in EVE Online auch eine automatische Sortierung für die Laderäume und Stationshangars, schlampig bin ich deswegen trotzdem nicht. Denn bevor ich mich auslogge parke ich mein Schiff in der designierten Heimatstation, auch wenn ich dafür einen sehr langen Rückflug in Kauf nehmen muss, entferne dann dort die komplette Ausrüstung und verpacke diese fein säuberlich in Kisten. Erst dann, wenn das Schiff ordentlich verstaut ist, wird ausgeloggt.

Ziemlich seltsame Eigenarten, nicht wahr? Aber sie gehören bzw. gehörten für mich einfach zum Spielablauf, zu meinem MMO-Alltag. Ohne diese Spleens wäre das Onlineleben wohl nur halb so amüsant, denn solche kleinen Dinge sind es, die das Menschliche in uns in das Spiel einfließen lassen und es dadurch etwas charmanter gestalten.

Jetzt würde ich gerne wissen, welche Spleens Ihr so in Euren MMOs habt. Welche kleinen Eigenarten habt Ihr in Euren Spielen entwickelt? Welche Rituale, egal ob beabsichtigt oder vollkommen unbemerkt, habt Ihr um den MMO-Alltag für Euch interessanter und vor allem persönlicher zu gestalten?

Ich werfe dieses Stöckchen einfach mal in die Runde und würde mich freuen wenn es jemand fängt und in seinem Beitrag eine Verlinkung zu diesem Beitrag hier einbaut, damit ich diese dann auch finde.

„Halt’s Maul und spiel einfach!“ – Die Geschichte eines Umzugs

Gut, ok. Entgegen der Ankündigung auf Twitter hab ich das Blog doch nicht ganz aufgegeben. Anstatt alles im Datennirvana verschwinden zu lassen ist Pixel Living lediglich umgezogen. Manche von Euch fragen sich nun warum und wieso. Ich will Euch die Antwort daher nicht schuldig bleiben.

Wenn ich blogge, dann tue ich das eigentlich für mich. Ich mache es nicht um einen Haufen Kommentare oder großartig Lob für meine literarischen Ergüsse zu bekommen. Natürlich freue ich mich über jeden, der sich die Zeit nimmt einen meiner Beiträge zu kommentieren (egal ob negativ oder positiv), denn das bedeutet ja auch, dass diese Person den Beitrag gelesen und sich womöglich die Zeit genommen hat selbst ein wenig darüber nachzudenken und die eigenen Gedanken mitzuteilen. Was ich aber mit jedem Beitrag erreichen will ist die Community um meine eigenen Eindrücke zu erweitern. Schließlich lebt eine Community doch von sowas, Beteiligung jedes Einzelnen. Bei mir sind das nun mal MMO-Communities. Früher war es World of Warcraft und heute ist es sollte es Aion sein. Denn Aion spiele ich noch immer, seit Release. Und das eigentlich recht begeistert. Ich habe Gladiatoren, Kantoren, Beschwörer und Zauberer. Sowohl auf Seiten der Asmodier als auch auf Seiten der Elyos. Und es gibt an Aion nichts was mich stört, zumindest nicht schwerwiegend. Wirklich nichts? Doch, eine winzig kleine Kleinigkeit macht es mir etwas schwer in Aion: die Community.

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