Kaiserlich versumpft

Normalerweise verbindet man das Wort „Urlaub“ mit Erholung. In meinem Fall nicht so ganz, denn bis jetzt war ich viel auf Achse. Darum ist es hier auch ruhig, obwohl ich da eigentlich den ein oder anderen Beitrag in der Pipeline habe. Was aber macht man in so einem Urlaub, wenn man sich nicht auf die faule Haut legt?

Linkin Park auf der Cannstatter Wasn in Stuttgart 2009

Zum Beispiel Konzerte besuchen. Ich hatte ja angekündigt, dass ich auf das Linkin Park Konzert in Stuttgart gehe und Teufel nochmal war das geil! Zusammen mit meinem Onkel stand ich in der ersten Reihe, auf der linken Seite der Bühne. Die volle Dröhnung, zuerst von Funeral For A Friend und Coheed & Cambria bevor’s dann richtig losging. Und Linkin Park kann auf der Bühne wirklich gut, das muss man den Jungs schon lassen. Aber um so erstklassige Plätze zu bekommen muss man eben auch Opfer bringen. So ergab es sich, dass mein Onkel und ich über satte 8 Stunden einfach nur standen. Kein Hinsetzen, kein Essen, kein Trinken – abgesehen von dem seltsamen schmeckenden Wasser aus einem Gummischlauch, den die Ordner hin und wieder dazu benutzen um die viel zu kleinen Becher der Leute in der ersten Reihe aufzufüllen. Ich bin immer noch der festen Überzeugung, dass das andere Ende des Schlauchs in irgendeinem Dixi steckte. Alles in allem ein sehr geiler Tag mit einem super Konzert. Da gehe ich gerne wieder hin. Ein paar wenige Bildchen gibt’s auch im entsprechenden Album auf Flickr.

Mit einem fetzigen Muskelkater von der ganzen Rumsteherei habe ich dann erstmal nur die Couch beziehungsweise meinen Chefsessel gehütet und mich in das fünfte Betawochenende von Aion gestürzt. Das Spiel weiß immer mehr zu gefallen und ich freue mich schon richtig auf das Release. Bin gespannt auf alles, was bis zum September noch in das Spiel reinkommt. Macht jedenfalls schon einen immens guten Eindruck und auch die neu hinzugefügten englischen Synchronsprecher wussten zu überzeugen.

Kaum war das Wochenende vorbei bin ich mit Mylady zu einem spontanen Ausflug in die Oberpfalz aufgebrochen. Ein bisschen Verwandtschaft besuchen und mal wieder den Kopf frei kriegen – Tapetenwechsel halt. Leider schlafen die Oberpfälzer irgendwie alle sehr hart, so dass ich dank der mit Zement gefütterten Matratzen die nachfolgenden Tage steif wie ein tiefgefrorener Fisch durch die Landschaft gestakst bin. Zur Erholung von der Erholung haben wir uns dann einen Aufenthalt in Österreich gegönnt. Schließlich hatten wir noch einen Gutschein für ein Sporthotel in Kufstein verfügbar und wollten den auch nutzen. Aber die Idee war … naja …

Da wir schon die Möglichkeit bekamen unsere Zeit in Österreich abzusitzen, wollten wir auch ein wenig wandern. So schön mit Berg und Tal. Hatten wir uns fest vorgenommen und dann auch gemacht. Wir sind also einem komischen Wanderweg gefolgt auf dessen Strecke wir irgendwann mal ein Schild Richtung Kaiserblick entdeckten. Weil das nach irrsinnig toller Aussicht klingt wollten wir da unbedingt hin. Naja, eigentlich bloß ich. Meine Freundin ist nur hinterher, weil sie den Weg zurück nie alleine gefunden hätte. Also stapften wir durch Wald und Wiesen, über Stock und Stein, auf der Suche nach dem ach so tollen Kaiserblick. Sogar durch ein Moor wurden wir gescheucht. Ernsthaft. So sumpfig, mit Wasserpflanzen, Moorleichen und fleischfressenden Insekten. Nachdem wir uns durch diese lebensfeindliche Umgebung durchgekämpft haben waren wir nur noch einen Steinwurf von unserem Ziel entfernt: einer kleinen vergammelten Bank auf der eine Plakette mit der Aufschrift „Kaiserblick“ prangerte. Gesehen haben wir nur den Garten von irgendwem der mit Nachnamen wahrscheinlich Kaiser heißt. Das einzig kaiserliche an dem Ausflug war die Größe der Mücken und Bremsen, die sich an unsere Fersen geheftet haben genauso wie der Sonnenbrand auf meiner Nase. Dank der ganzen Blutsauger habe ich außerdem jede Menge Stiche an den Daumen. An den Daumen! Ich muss unbedingt Gamenasty International anrufen, meine Zockerkarriere ist gefährdet. Österreicher schlafen übrigens auch sehr hart. Morgens sah ich aus als hätte ein Laster in meinem Gesicht geparkt. Mit verdrehten Gliedmaßen kroch ich mehr tot als lebendig aus dem Bett.

Nachdem ich also bisher mehr Stress als Erholung hatte, kriegen mich in der letzten Woche keine 10 Pferde mehr vor die Tür. Heute Abend geht das letzte Aion Betawochenende los und ich werde von meinen PC nicht mehr abrücken, es sei denn die Welt geht unter. Dann schau ich vielleicht ein paar Mal nach rechts zum Fenster raus. So einen Meteoritenschauer sieht man schließlich auch nicht alle Tage.

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2 Kommentare

  1. Deswegen tue ich mir das nie an in der ersten Reihe zu stehen – acht Stunden klingt nach purem Horror! Ich brauche (viel) Bier und eine Toilette bei Konzerten.

    Die Sache mit der Kaiserblick-Wanderung klingt sehr interessant – hast Du mal gemapped wie viele Kilometer es in etwa waren?

    Antwort
    • @HerrK: Nix da. Erste Reihe ist Pflichtprogramm. Allerdings war ich noch nie bei einem so großen Konzert, daher habe ich das mit dem Trinken leicht unterschätzt. Ich ging eher davon aus, dass ich leichter an die Getränkeausgabe kommen würde. Und das mit den acht Stunden war nur halb so schlimm. Ich hab es erst am nächsten Tag gemerkt, während dem Konzert war da viel zu viel Adrenalin.

      Wir haben zwar die Strecke mit 14 Kilometern in Angriff genommen, aber nach 7 Kilometern wieder abgebrochen, weil das Wetter von kühl und bewölkt dann auf wolkenlos und windstill umgeschwenkt hatte und ganz ohne Flüssigkeit ging es dann einfach nicht mehr.

      Antwort

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