Aller guten Dinge sind … 14?

Um ein Haar wäre ich an meinem Morgenkaffee erstickt, glücklicherweise kam er wieder zur Nase raus. Grund dafür ist die Meldung des Tages:

Final Fantasy XIV © Square Enix

Square Enix tut es wieder und schickt die wohl berühmteste und erfolgreichste Spieleserie aller Zeiten in die nächste – bislang vierzehnte – Runde und lässt den neuesten Ableger das Erbe von Final Fantasy XI Online antreten: es wird das zweite große MMORPG der Asiaten und der erste eigenständige Teil der Serie, der die Fortsetzung eines Vorgängers darstellt.

Auf der diesjährigen E3 sorgt Square Enix für große Augen und offene Münder: das lange im geheimen gehaltene Projekt mit dem Decknamen „Rapture“ wurde vor dem denkbar größten Publikum, das die Gamer Community kennt, enthüllt. Es handelt sich dabei um den neuesten Teil der Final Fantasy Serie, der inzwischen die Nummer 14 trägt, und als zweiter Onlinetitel des asiatischen Softwareriesen anscheinend ein direkter Nachfolger von Final Fantasy XI Online wird. Mit dem folgenden Teaser ließ Square Enix endgültig die Bombe platzen:

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Was sofort auffällt ist der Auftritt von 3 der 5 Rassen aus Final Fantasy XI: Hume, Elvaan und Galka. Daher ist davon auszugehen, dass Final Fantasy XIV Online ein direkter Nachfolger des inzwischen sieben Jahre alten Vorgängers XI wird. Dies ist das erste Mal in der Laufbahn der Serie, dass Square Enix die Geschichte eines vorangegangenen Teils mit einem eigenständigen Teil fortsetzt. Zwar gab es mit X-2, Dirge of Cerberus und Crisis Core auch Fortsetzungen, hierbei handelt es sich aber nur um Spin-Offs und keine in die Serie integrierten Teile. Bei XIV werde wir also gleichermaßen ein Novum wie auch etwas Altbekanntes serviert bekommen. Ob man dies auch auf das Spielkonzept übertragen können wird?

Zusätzlich fällt bei dem Teaser der unbestreitbare Einfluss von „Steampunk“-Elementen auf, die ohne Zweifel aus dem zwölften Teil der Serie kommen. Da das Setting des ersten Onlinetitels weit von jeglichem Steampunk entfernt war, darf man wohl damit rechnen, dass XIV viele Jahre (100? mehrere 100?) nach XI angesiedelt ist. Genug Freiraum also um in der Geschichte neue Konflikte entstehen zu lassen.

Der große Vorteil, den Square Enix bei der Entwicklung von XIV hat, ist die Erfahrung des inzwischen sieben Jahre alten XI. Über all die Jahre wurde das Spiel verfeinert und verbessert, so dass es heute seine bisher größte Spieleranzahl hat. Wenn Square Enix also XIV mit dem Status, den Features und dem Konzept in’s Rennen schickt, die derzeit in XI vorzufinden sind, so dürfte uns mit XIV eines der am besten ausgereiften und hochpolierten Spiele der letzten Jahre erwarten. Eines der ersten MMORPGs, das nicht als Beta an die Spieler ausgeliefert wird? Die Wahrscheinlichkeit ist groß.

Schwieriger zu beantworten ist da eher die Frage, ob Square Enix es schafft das Feeling von Final Fantasx XI Online in den neuen Teil einfließen zu lassen. Dieser alt gediegene Onlineriese verdient sich nämlich die Bezeichnung „MMORPG“ noch zu recht, ganz im Gegensatz zu den heutigen Onlinetiteln wie Warhammer Online, Guild Wars, World of Warcraft oder Herr der Ringe Online. Wärend diese Onlinespiele der neuen Generation durch ihre übermäßige Oberflächlichkeit lediglich noch das Prädikat MMO erhalten, orientiert sich Final Fantasy XI Online stark an Klassikern des Genres wie Everquest und Ultima Online und versuchte deren Grundsteine mit dem Konzept der asiatischen Spieleserie zu verknüpfen. Ein durch und durch gelungenes Rezept, es kam ein neumodisches Rollenspiel mit Klassensystem auf den Markt, dass sowohl einen immensen Schwerpunkt auf Interaktion zwischen den Spielern und die Tiefe der Vorbilder bot als auch eine Selbstverwirklichung des Charakters durch Berufe, legendäre Ausrüstungssets und frei gestaltbare Spielerhäuser. Dieser mutige Mix und auch die internationalen Server, auf denen man mit Spielern aus aller Welt zusammen spielt, sind es, die Final Fantasy XI Online so einzigartig machen, aber mit denen sich die neue Spielergeneration einfach nicht mehr anfreunden kann. Um also eine größere Spielerbasis anzusprechen muss Square Enix dieses Konzept nochmal erweitern / überarbeiten – hoffentlich ohne sich selbst dabei zu verraten und etwas von dem alten Charme einzubüßen. Das korrekte Balancing in XIV wird ohne Zweifel ein heikler Drahtseilakt, es bleibt abzuwarten wie Square Enix dieses Problem löst.

Auf der E3 wurde verkündet, dass es auf den Konsolen lediglich für die PS3 erscheinen, somit also ein Exklusivtitel, wird. Es wurde nicht bekanntgegeben, ob das Spiel auch für den PC erscheinen wird – es wurde aber bislang auch nichts Gegenteiliges behauptet. Als unbeirrbarer Enthusiast der Final Fantasy Serie und erklärter Final Fantasy XI Online Fanatiker gibt es für mich kein Vorbeikommen an XIV. Dieses Spiel wird von mir verfolgt und auch sicherlich irgendwann mal gespielt – wenn es sein muss auch auf einer PS3. Da Square Enix sich gerne etwas mehr Zeit lässt, ist mit XIV sicherlich kaum vor 2013 oder 2014 (würde zur Nummer passen) zu rechnen, genug Zeit für mich also das Geld für eine PS3 zu sparen.

Update: Eine Seite gibt es jetzt auch schon, auf der bestätigt wird, dass das Spiel auch für Windows erscheinen wird. Und das schon 2010!

Update II: Inzwischen ist bekannt, dass lediglich die Rassen aus XI übernommen werden. Ansonsten hat XIV mit seinem Vorgänger nichts mehr gemeinsam. Schade, eine Fortsetzung hätte mir persönlich sehr gut gefallen. So gibt’s halt eine komplett neue Welt mit komplett neuer Geschichte.

Update III: Bei LunaHexe hab ich’s grade in die Kommentare geschrieben, daher hier auch nochmal zur Vollständigkeit. In dem Teaser zeigt die Szene mit dem Boot, während der es so stark regnet, die In-Game Grafik des Spiels. Ich tippe hier sehr stark auf eine modifizierte Variante der Engine, die auch bei Last Remnant zum Einsatz kommt. Bei den quallenartigen Monstern sind auch Lichtreflektionen auf deren Haut zu erkennen, die sich an die unebene Oberfläche anpassen. Auf dem PC ist sowas nur mit DirectX 10 realisierbar – wird’s am Ende vielleicht sogar ein Titel, der auf PCs nur exklusiv für Vista zu haben sein wird? Zur besseren Ansicht habe ich von der Produktseite mal eben 3 Screenshots geklaut, auf denen man die Grafik nochmal in all ihrer Schönheit begutachten kann. Wie immer gilt: klicken zum vergrößern.

Final Fantasy XIV © Square Enix Final Fantasy XIV © Square Enix Final Fantasy XIV © Square Enix

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6 Kommentare

  1. Hmmmm, also für mich waren Asia MMOs wie FF oder RF Online  immer Grind-Games – habe da nie richtig Zugang gefunden – da fand ich WoW oder auch WAR viel zugänglicher und Rollenspiellastiger, aber das ist wohl Ansichtssache.Ich für meinen Teil freue mich erst einmal darauf das hoffentlich direkt Anfang 2010 FF13 kommt – wird langsam Zeit. Danach dürfen sie gerne weite FF-Teile nachschieben… ;)

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  2. @HerrK: Du hast natürlich recht, auch Final Fantasy XI Online ist von dem Grind-Phänomen der Asia MMOs nicht verschont, aber im Gegensatz zu anderen Spielen hat dieses einen enormen sozialen Aspekt. Bist Du mit einer Jobklasse erstmal über Level 20 raus brauchst Du immer mehr Gruppen, selbst für’s Grinding. Und nachdem man sich innerhalb einer Story bewegt, die sehr stark über ausgedehnte Zwischensequenzen erzählt wird, eben wie in den Offlineteilen, passiert tatsächlich innerhalb des Rahmens dieser Geschichte wahnsinnig viel Rollenspiel. Unglaublich zwar, aber ein Großteil der Spieler, denen ich in FFXI begegnet bin, schlüpfen tatsächlich mit Haut und Haaren in die Rolle ihres Charakters. So macht das Spiel natürlich ungemein viel Spaß, auch wenn man „nur“ grindet – Gruppen, die mehrere Stunden dauern sind somit einfach unvergleichlich :-)

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  3. ~taruwaruuuuuuuu~ (^^)ygott.. bin ich aus dem Häuschen…

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  4. @Cala: Hehe, mir geht’s da nicht anders. Ich bin schon seit der Ankündigung von XIV versucht, wieder eine Einmalzahlung für XI vorzunehmen.Muss … stark … bleiben …Kann … nicht …. widerstehen …

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  5. Ist es nicht herrlich, wie sich LH in Widersprüche verstrickt und man einfach mal sieht, dass er keine Ahnung hat? Wer FF kennt, sollte wissen, dass die Grafik schon immer toll war.An XI kam ich aber nie ran, keine Ahnung warum…war damals wohl nicht meine Zeit. Aber XIV könnte man sich durchaus anschauen…irgendwann mal.

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  6. @Carschti: Also bloßstellen wollte ich ja jetzt niemanden … Aber ja, die Grafiken waren und sind bombastisch. Das erste Final Fantasy auf dem NES war eine echte Grafikrevolution und FFVI hat gezeigt, was man alles mit einem SNES anstellen kann und forderte andere Entwickler dazu auf, ähnlich hinreißende Grafiken zu designen. Diese Grafikgewalt der Serie ging weiter bis heute, und selbst das stark angestaubte FFXI halte ich noch jetzt für einen echten Hingucker.

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